Erstens bewerten wir die Finanztiefe im Kontext des Geschäftsmodells. Dazu gehören Controllership, Berichterstattung, Audit-Readiness, interne Kontrollen, Treasury, Steuern, Liquiditätsplanung, FP&A, Systemkompetenz und die Fähigkeit, eine verlässliche Faktenbasis für die Entscheidungsfindung aufzubauen. Die Frage ist nicht, ob ein Kandidat diese Bereiche kennt, sondern ob er sie auf dem erforderlichen Komplexitätsniveau verantwortet hat.
Zweitens bewerten wir den strategischen und kommerziellen Beitrag. Starke CFOs beeinflussen Preisgestaltung, Kapitalallokation, Portfolioentscheidungen, Investment Cases und operative Prioritäten. Sie können Komplexität für Aufsichtsräte und Investoren vereinfachen, finanzielle Erkenntnisse in kommerzielles Handeln übersetzen und einen CEO unterstützen, ohne zum passiven Berichterstatter oder zum blockierenden Gatekeeper zu werden.
Drittens prüfen wir die Transformationsfähigkeit. Viele Finanzführungskräfte haben stabile Funktionen verantwortet; deutlich weniger haben eine von Grund auf neu aufgebaut. Wir prüfen Nachweise zu ERP-Programmen, Finanzautomatisierung, Shared Services, Datenqualität, KPI-Redesign, Post-Merger-Integration, Kostenreduktion, Working-Capital-Verbesserung und Organisationsumbau. In sich verändernden Umgebungen können diese Fähigkeiten ebenso entscheidend sein wie klassische technische Glaubwürdigkeit.
Schließlich bewerten wir Führung unter Druck. Hier schafft ein spezialisierter Search-Partner deutlich mehr Mehrwert als ein generischer CFO-Headhunter. Wir achten auf Urteilsvermögen, Resilienz, Offenheit, Stakeholder-Einfluss, Teamaufbau und kulturelle Bandbreite über Regionen und Führungsstile hinweg. Die besten CFOs können konstruktiv herausfordern, in Unklarheit Ruhe bewahren und Vertrauen bei Aufsichtsräten, Managementteams und Investoren gleichermaßen aufbauen.